Die Black Forest Volleys blicken auf ein intensives wie gelungenes Vorbereitungswochenende zurück. Schweizer Erstligist BTV Aarau zu Gast.
Knapp einen Monat vor dem lang ersehnten Heimspielauftakt in der 2. Bundesliga Süd gehen die Black Forest Volleys Offenburg mit ihrem neuen Chefcoach Artur Sojka in die heiße Phase der Vorbereitung.
Eingeläutet wurde das ereignisreiche Wochenende mit einem Fighting-Fit-Kurs am Freitagabend beim Partner Highlight Fitness in Offenburg.
Es folgte ein intensiver Trainingstag mit dem Schweizer Erstligisten BTV Aarau, die mit ihrem Coach Timo Lippuner zu Gast in der Ortenau waren. „Ich konnte an diesem Tag einiges an wertvollem Input mitnehmen“, zeigte sich Sojka nach verschiedenen Spielformen und dem Abschlussspiel zufrieden und ergänzte, dass gleichwohl genau sichtbar wurde, an was er mit seinen Schützlingen noch zu arbeiten hatte. Als besondere Augenmerke in den kommenden Wochen nannte er die Abstimmung, gerade nach guter Annahme und die Passverteilung. Auch beim Thema Schnellangriff sieht er noch Potenzial: „Es geht jetzt in den kommenden Wochen darum, wieder die Dinge verlässlich abrufbar zu machen, die vergangene Saison gut geklappt haben und dabei die neu dazugewonnene Kaderbreite zu nutzen“, führt er weiter aus.
Ein Kader, der neben Lisa Grünwald, die vom Drittligisten Villingen nach Offenburg gewechselt ist, auf der Annahme/Außen-Position drei weitere Neuzugängen verzeichnen kann. Mit der Deutschen Vizemeisterin Pia Konprecht (ehemals Leweling) und Svenja Rodenbüsch kehren zwei ehemalige Spielerinnen zurück an ihre alte Wirkungsstätte nach Offenburg. Komplettiert wird der Kader durch die ehemalige kroatische Junioren-Nationalspielerin Lucija Vrkic.
„Ich freue mich auf die Aufgabe und bin gleichzeitig mit der Besetzung unseres Kaders sehr zufrieden“, zeigt sich Sojka sichtlich angetan von seiner ersten Zweitliga-Station am Standort Offenburg und fügt im selben Atemzug an:„Ein großes Dankeschön an die Mannschaft, die gesamte Familie des VCO und die Teammanagerin Richarda Roth, die mich super aufgenommen und mir den Start hier maßgeblich erleichtert haben.“
Auf den Testspiel-Samstag folgte am Sonntag ein besonderer Media Day vor malerischer Kulisse auf den Vogtsbauernhöfen in Gutach. Mit Bollenhut und einer gehörigen Portion Spaß fand ein ereignisreiches Wochenende einen gelungenen Abschluss.
Interview Neuzugänge
Lucija Vrkic:
Seit 2019 hast du keine Volleyballschuhe mehr für den Wettkampfsport getragen. Jetzt kehrst du zurück. Wie kam es dazu?
Ich habe meine ersten Volleyballschuhe bereits mit neun Jahren angezogen und Sport hat mich eigentlich mein ganzes Leben begleitet. Mein Vater hat selbst professionell Volleyball gespielt, deshalb war Volleyball für mich schon immer ein großer Teil meines Lebens. 2019 musste ich leider mit dem Volleyball aufhören. Nicht, weil ich es wollte, sondern weil sich mein Leben in eine Richtung entwickelt hat, die ich so nicht planen konnte. Durch mein Studium und später den Umzug von Kroatien nach Deutschland kamen viele neue Herausforderungen und Veränderungen auf mich zu. Trotzdem war da immer diese eine Sehnsucht, irgendwann wieder Volleyball zu spielen. Ich war körperlich lange einfach noch nicht an dem Punkt, an dem ich selbst gesagt hätte: Jetzt kann ich wieder hundert Prozent geben. Deshalb fühlt sich 2026 für mich einfach nach dem richtigen Moment an. Jetzt habe ich das Gefühl, dass ich bereit bin, diesen Schritt wieder zu gehen. Und ich glaube, dass ich dafür kein besseres Team und keine bessere Mannschaft hätte finden können.
Was hat dich nach all den Jahren dazu gebracht, wieder Volleyball zu spielen?
Ich bin 2020 nach Deutschland gezogen. Und ausgerechnet zu dieser Zeit kam Corona. Von einem Tag auf den anderen war plötzlich alles anders und unter diesen Umständen war es einfach nicht möglich, wieder Volleyball zu spielen. Kurz danach bin ich dann schwanger geworden und damit ist Volleyball erst einmal in den Hintergrund gerückt. Es gab einfach andere Dinge, die wichtiger waren. Während der Schwangerschaft habe ich dann meine liebe Freundin Pia kennengelernt, die heute auch meine Mitspielerin ist. Wir sind irgendwann auf das Thema Volleyball gekommen und sie hat mir erzählt, dass sie hier in Deutschland auch Volleyball gespielt hat. Und da habe ich irgendwie gedacht: „Okay, vielleicht würde ich das eigentlich auch gerne wieder machen.“
Aber zu diesem Zeitpunkt war es wirklich eher so eine Träumerei. Ein schöner Gedanke, ein Wunsch für irgendwann, aber definitiv kein konkreter Plan für die nächsten Jahre.
Durch Pia habe ich dann auch Rikarda kennengelernt und je mehr ich die beiden kennengelernt habe, desto realistischer wurde die ganze Idee. Irgendwann war es dann nicht mehr nur so ein „Vielleicht irgendwann“, sondern ich dachte wirklich: „Warum eigentlich nicht?“
Und dieses Jahr haben Pia und ich dann irgendwann gesagt: Komm, das machen wir jetzt. Wir gehen zurück zum Volleyball. Und dass wir diesen Schritt jetzt gemeinsam machen, freut mich wirklich unglaublich.
Und ja, so bin ich nach all den Jahren tatsächlich wieder in der Halle gelandet.
Wie unterscheidet sich der Volleyball in Kroatien von dem, was du jetzt in Deutschland und in der 2. Bundesliga erleben wirst?
Ich habe wirklich viele Jahre in Kroatien Volleyball gespielt und dadurch die Volleyballwelt dort irgendwann ziemlich gut gekannt. Kroatien ist ja ein relativ kleines Land und auch die Volleyballszene ist nicht besonders groß. Deshalb ist man im Laufe der Jahre immer wieder den gleichen Spielerinnen und Trainern begegnet.
Ich kannte viele meiner Gegnerinnen schon, wusste, wie sie spielen, kannte die verschiedenen Systeme und hatte einfach ein ziemlich gutes Gefühl dafür, was mich in einem Spiel erwartet.
Hier in Deutschland ist das jetzt ganz anders. Für mich ist das wirklich eine komplett neue Welt und genau das finde ich so spannend. Ich muss neue Spielerinnen kennenlernen, neue Spielsysteme und auch eine ganz andere Art, Volleyball zu spielen.
Und sogar die Sprache war am Anfang eine kleine Herausforderung. Ich musste erst einmal die ganzen Begriffe lernen, die im Training ganz selbstverständlich benutzt werden.
Aber genau darauf freue ich mich. Ich möchte Neues lernen, neue Erfahrungen sammeln und einfach wieder richtig in diese Volleyballwelt eintauchen. Und ich glaube, dass ich dabei hier in Deutschland noch sehr viel lernen kann.
Du bist inzwischen Mama. Wie hat die Familiengründung deinen Blick auf den Sport verändert?
Ich glaube, seit ich Mama bin, schätze ich den Sport einfach noch viel mehr. Früher war Volleyball für mich ganz selbstverständlich, er war einfach immer da. Heute weiß ich viel mehr zu schätzen, dass ich überhaupt die Möglichkeit habe, beides miteinander zu verbinden, und das macht mich unglaublich glücklich. Natürlich muss ich heute viel mehr planen und organisieren, aber genau das macht den Sport für mich noch wertvoller.
Wie möchtest du Familie und Volleyball miteinander verbinden? Wie sieht dein persönlicher Spagat zwischen Training, Spielen und Familienalltag aus?
Für mich ist die Familie immer das Wichtigste aber Volleyball ist etwas, das mir unglaublich viel bedeutet und mir Energie gibt. Deshalb möchte ich beides miteinander verbinden und nicht das Gefühl haben, mich für eines von beiden entscheiden zu müssen.
Natürlich ist es manchmal ein echter Spagat zwischen Training, Spielen, Arbeit und Familienalltag. Ich muss vieles gut planen und manchmal auch ein bisschen improvisieren. Aber ich habe das Glück, dass mein Mann mich dabei sehr unterstützt und wir uns gegenseitig den Rücken freihalten.
Ich möchte so viel wie möglich für das Team da sein und meinen Beitrag leisten. Gleichzeitig möchte ich die Zeit mit meinem Sohn bewusst genießen und für ihn da sein. Für mich geht es deshalb nicht darum, alles perfekt zu schaffen, sondern einen Weg zu finden, der für meine Familie und für mich funktioniert.
Und vielleicht ist genau das für mich das Schönste daran. Ich hoffe, dass mein Sohn irgendwann samstags auf der Tribüne sitzt und seine Mama Volleyball spielen sieht. Allein der Gedanke daran macht mich glücklich und gibt mir noch mehr Motivation, diesen Spagat zu schaffen.
Seit 2019 hat sich auch im Volleyball viel verändert. Wie fühlt es sich für dich an, nach so langer Zeit wieder in einen Leistungssport-Alltag einzusteigen?
Ich finde, Volleyball ist ein unglaublich komplexer und vielseitiger Sport, der mich immer wieder aufs Neue fasziniert. Er verändert sich nicht nur von Jahr zu Jahr, sondern auch mit den Spielern, den Trainern und jeder einzelnen Mannschaft. Jede Gruppe entwickelt ihre eigene Dynamik, ihre eigene Energie und ihre ganz besondere Art, Volleyball zu spielen. Genau diese ständige Veränderung macht den Sport für mich so spannend und lebendig.
Ich habe das Gefühl, dass Volleyball heute deutlich schneller, komplexer, kreativer und körperlich anspruchsvoller geworden ist. Neue Techniken haben sich entwickelt, die Spieler sind athletischer, und das gesamte Spiel ist dynamischer geworden. Jede Aktion muss präzise sein, jede Entscheidung schnell getroffen werden, und gleichzeitig braucht es Kreativität, Mut und Vertrauen in die Mitspielerinnen.
Für mich geht es jetzt vor allem darum, meine Erfahrung mit diesen neuen Entwicklungen zu verbinden. Ich möchte mich an die heutige Spielweise anpassen, meine Stärken einbringen und gleichzeitig wieder Schritt für Schritt an meine körperliche Leistungsfähigkeit herankommen. Dabei freue ich mich besonders darauf, mich weiterzuentwickeln, neue Dinge zu lernen und wieder jeden Moment auf dem Volleyballfeld zu genießen.
Wie war dein erstes Training nach dieser langen Pause? Was hat noch funktioniert – und wo hast du gemerkt: „Okay, da muss ich wieder reinfinden“?
Die Motivation war auf jeden Fall da – mein Kopf war nur der Meinung, dass ich noch viel mehr kann, als mein Körper tatsächlich mitgemacht hat. Und über den Muskelkater müssen wir gar nicht erst reden.
Ich habe schon gemerkt, dass ich technisch und vor allem körperlich noch einiges aufholen muss. Gerade an Kraft und Kondition möchte ich in nächster Zeit intensiv arbeiten. Zum Glück haben wir im Team richtig gute Leute, die mich dabei unterstützen.
Und ich glaube, die Technik kommt mit der Zeit wieder. Volleyball ist für mich ein bisschen wie Fahrradfahren: Man verlernt es nicht wirklich, muss aber erst wieder richtig reinkommen und ein bisschen an den Feinheiten schleifen.
Was reizt dich an der Herausforderung 2. Bundesliga besonders?
Natürlich freue ich mich sehr darauf, wieder auf diesem hohen Niveau Volleyball zu spielen und mich sportlich weiterzuentwickeln. Noch mehr freue ich mich aber darauf, wieder Teil einer Mannschaft zu sein.
Das Gefühl von Zusammenhalt, sich gegenseitig zu motivieren, gemeinsam zu kämpfen und Erfolge miteinander zu feiern, hat mir in letzter Zeit wirklich gefehlt. Nach so langer Zeit wieder in die Welt des Leistungssports einzutauchen und den Alltag mit einer Mannschaft zu teilen, fühlt sich für mich deshalb besonders schön und vertraut an.
Genau diese Verbindung aus sportlicher Herausforderung, persönlicher Entwicklung und echtem Teamgefühl macht die 2. Bundesliga für mich so besonders.
Wie genau sieht dein Engagement in Offenburg aus? Was ist für dich in dieser Saison realistisch?
Ich denke, das Wichtigste ist, Schritt für Schritt zu gehen, mich an die Situation, an die Liga und natürlich auch an meine eigene Form anzupassen. Und danach wird sich auch zeigen, wie viel Spielzeit für mich realistisch ist.
Von Anfang an hatte ich eine sehr gute Kommunikation mit dem Trainer und auch mit dem Verein, und ich habe einfach ein gutes Gefühl für diese Saison in Offenburg.
Für mich ist Volleyball ganz klar ein Teamsport. Am Ende geht es nicht darum, was eine einzelne Spielerin macht, sondern wie die ganze Mannschaft funktioniert. Mir ist deshalb wichtig, dass ich immer für mein Team da bin – egal, ob auf dem Feld oder außerhalb des Feldes.
Wir haben wirklich fantastische Spielerinnen, die sehr viel Qualität mitbringen und aktuell in einer richtig starken Form sind. Ich glaube, dass wir als Mannschaft sehr gute Voraussetzungen haben, unsere Ziele in dieser Saison zu erreichen. Und ich freue mich einfach darauf, zu sehen, was wir gemeinsam schaffen können.
Und was möchtest du persönlich aus deinem Comeback mitnehmen?
Ich möchte aus meinem Comeback vor allem mitnehmen, dass es nie zu spät ist, wieder etwas zu beginnen, das einem wirklich wichtig ist.
Ich möchte sehen, wie weit ich mich noch entwickeln kann sportlich, aber auch persönlich. Nach so einer langen Pause wieder auf diesem Niveau zu trainieren, neue Herausforderungen anzunehmen und mich immer wieder aus meiner Komfortzone herauszubewegen, ist für mich eine besondere Erfahrung. Und natürlich möchte ich vor allem die Zeit genießen: wieder Teil einer Mannschaft zu sein, gemeinsam zu kämpfen, Erfolge zu feiern und einfach wieder dieses Gefühl auf dem Volleyballfeld zu haben.
Wenn du deinem „Ich von 2019“ heute etwas sagen könntest – was wäre es?
Mach es einfach. Denk nicht zu viel darüber nach. Du bist viel fähiger, als du gerade denkst, stärker, als du glaubst, und du kannst viel mehr erreichen, als du dir heute vorstellen kannst.
Wage dich aus deiner Comfort Zone heraus und vertrau auf dich selbst. Du wirst noch so viele wunderbare Menschen kennenlernen und so viele schöne Dinge erleben, mit denen du heute überhaupt nicht rechnest. Du wirst eine Familie haben, ein wunderschönes Kind bekommen und dir in Deutschland ein neues Leben aufbauen.
Und als typische Jungfrau würde ich wahrscheinlich sagen: Versuch nicht, alles zu planen. Das Leben läuft sowieso anders, als man denkt.
Was würdest du jemandem sagen, der gerade selbst überlegt, nach einer längeren Pause wieder mit Sport anzufangen?
Ich würde sagen: Wenn man wirklich Lust auf den Sport hat, sollte man einfach den ersten Schritt machen. Ich weiß selbst, dass es nach einer längeren Pause nicht leicht ist, wieder anzufangen. Man muss akzeptieren, dass man nicht sofort wieder auf dem gleichen Niveau ist wie früher. Aber genau das ist auch der Reiz daran: sich Schritt für Schritt zurückzuarbeiten, wieder Vertrauen in den eigenen Körper zu bekommen und zu merken, wie die Leistung langsam zurückkommt.
Für mich ist es wichtig, nicht zu viel darüber nachzudenken, was vielleicht nicht mehr funktioniert, sondern den Fokus darauf zu legen, was wieder möglich ist. Wenn die Leidenschaft für den Sport noch da ist, lohnt es sich immer, es noch einmal zu versuchen.
Svenja Rodenbüsch:
Fünf Jahre hast du in Amerika studiert und Volleyball gespielt. Jetzt bist du wieder zurück in Offenburg. Wie fühlt sich diese Rückkehr an?
Svenja: Deutlich emotionaler als gedacht. Ich habe dem VCO unfassbar viel zu verdanken und es ist total schön, viele von denselben Menschen, die mir damals den Weg nach Amerika ermöglicht haben und langjährige Mitspielerinnen waren, jetzt wiederzusehen und mit ihnen erneut spielen zu können.
Was hat dich damals dazu bewegt, für Studium und Volleyball nach Amerika zu gehen?
Svenja: Die einzigartige Möglichkeit, Studium und den Sport zu vereinen, mit dem Bonus, dadurch viele besondere Erfahrungen zu sammeln. Und weil ich damals zu schlecht war um direkt Profi zu werden 🙂
Wie genau sah dein Alltag dort aus? Wie hast du Studium, Training, Spiele und das Leben abseits des Volleyballs miteinander verbunden?
Svenja: Dadurch, dass man an und für die Uni spielt, ist der ganze Tage völlig durchgetaktet und alles ist aufeinander abgestimmt. In der Vorbereitung dreht sich alles um Volleyball – da hat man einen Monat täglich zwei Balleinheiten plus Krafttraining. Sobald das Semester beginnt und damit auch die Hauptsaison, trainiert man nur noch einmal am Tag, mit zwei bis drei häufig sehr früh morgendlichen Krafteinheiten. Spiele sind dann am Wochenende, wofür man ab und zu auch von der Uni freigestellt wird, je nachdem wie weit die Anreise ist. Zwischendrin muss man dann aber natürlich Zeit zum Lernen und für Hausaufgaben finden, das quetscht man dann in jede freie Minute, sodass während der Saison die Tage recht lang werden können. In Amerika sind die Saisons allerdings nur ca. vier Monate lang. Ab Ende November ist meistens Schluss und der Volleyball-Aufwand ist dann im Frühlingssemester deutlich niedriger mit mehr Zeit für Uni und auch mal Freizeit.
Was ist beim Volleyball in Amerika anders als in Deutschland bzw. in der 2. Bundesliga?
Svenja: Dadurch dass die Mannschaften fast jede Sekunde des Tages miteinander verbringen durch gemeinsames Wohnen, Studieren, Lernen, Freizeit, und sehr intensiven Vorbereitungsphasen entstehen Mannschaftsgefüge, die so in der 2. Bundesliga nicht reproduzierbar sind. Ansonsten sind es eher Kleinigkeiten, wie leicht andere Techniken und Spielsysteme und -philosophien. Auf alles andere bin ich sehr gespannt, da ich ja noch nie höher als 3. Liga gespielt habe 🙂
Gibt es Dinge aus dem amerikanischen College-Volleyball, die du hier besonders vermissen wirst? Und umgekehrt: Worauf hast du dich in Deutschland wieder gefreut?
Svenja: Der Lebensstil hat mir dort schon gut gefallen. Das ständige Zusammensein mit Mitspielerinnen, die zu besten Freundinnen werden, ist sehr spaßig. Auch wird der College-Sport in Amerika sehr hoch angesehen und ich durfte in ein paar Arenen spielen mit Zuschauerzahlen, die man selbst in der 1. Bundesliga so nicht sieht.
Nichtsdestotrotz habe ich mich wahnsinnig auf meine Heimkunft gefreut. Ich freue mich hier auf die entspanntere Trainingsatmosphäre, die Freude, mit der alle ihre Zeit freiwillig in den Sport investieren, und die neue Erfahrung, in der zweiten Bundesliga spielen zu können.
Du hast vier Jahre in einem komplett anderen Umfeld gelebt. Wie sehr hast du dich in dieser Zeit als Spielerin weiterentwickelt?
Svenja: Ich denke, dass ich durch das viele Training und durch die verschiedenen Trainerteams einen Sprung in allen Bereichen machen konnte. Aber an erster Stelle haben mir die Erfahrungen ein neues Selbstbewusstsein auf dem Feld gegeben, dass ich früher nicht hatte. Ansonsten – denke ich – können das diejenigen beim VCO, die mich noch von der Regionalliga und 3. Liga kennen, am besten beurteilen.
Was hast du sportlich aus Amerika mitgenommen, das du jetzt in Offenburg einbringen möchtest?
Svenja: Kommunikation auf und neben dem Feld waren in Amerika sehr wichtig. Ebenso eine gewisse Disziplin gegenüber den Details: Stellungsspiel in Block-Abwehr, Technik und Beinarbeit in der Annahme.
Und was hast du persönlich aus diesen vier Jahren mitgenommen? Gibt es eine Erfahrung, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Svenja: Ich hatte das Glück, Freunde und Freundinnen aus der ganzen Welt zu finden. Dadurch konnte ich meine Winterferien in einem Jahr in Brasilien verbringen und in den Sommerferien eines anderen Jahres ein paar amerikanischen Freundinnen meine Heimat zeigen.
Wie wichtig war das Studium für deine Entscheidung, nach Amerika zu gehen? Und was hast du studiert?
Svenja: Grundsätzlich stand das Studium damals an zweiter Stelle. Volleyball war deutlich ausschlaggebender. Aber jetzt komme ich nach den fünf Jahren mit dem Bonus zurück, einen Bachelor in Biologie und einen Master in Klimawissenschaften in der Tasche zu haben.
Wie kam es letztlich dazu, dass du dich für die Rückkehr nach Offenburg entschieden hast?
Svenja: Ich habe nach meinem letzten Spiel im November mir versprochen, so lange Volleyballpause zu machen, bis ich den Sport wieder vermisse. Im Sommer war es dann schon wieder so weit und ich bin dann recht spontan in ein Training gekommen. Danach war mir klar, dass ich doch noch nicht ohne den Sport kann und wollte mich unbedingt doch noch dem Team anschließen. Artur und Ricky und die Mannschaft haben mich dann glücklicherweise mit offenen Armen aufgenommen.
Wie genau sieht dein Engagement beim Team in dieser Saison aus? Welche Rolle möchtest du übernehmen?
Svenja: Nach fünf wahnsinnig intensiven Saisons hatte ich mir vorgenommen, den Spaß am Sport wieder an erste Stelle zu setzen, damit ich Volleyball noch so lange wie möglich treu bleiben kann. Dadurch – und Job bedingt – bin ich erstmal im erweiterten Kader. Ich unterstütze wo und wann ich kann, aber in etwas reduziertem Ausmaße im vergleich zum Rest von der festen Mannschaft.
Du kennst Offenburg bereits – aber gleichzeitig kommst du als eine ganz andere Spielerin zurück. Was erwartest du von deiner Rückkehr?
Svenja: Ganz viel Freude mit den vielen Menschen, die den VCO so besonders machen. Ich freue mich, wieder Teil von dieser Gemeinschaft hier sein zu dürfen. Spielerisch erhoffe ich mir natürlich, das Ergebnis von letzter Saison toppen zu können und dabei meinen Teil beitragen zu können.
Wenn du amerikanisches College-Volleyball und die 2. Bundesliga in drei Worten vergleichen müsstest – welche wären es?
Svenja:
2. Bundesliga beim VCO: familiär, herzlich, spannend
College-Volleyball: intensiv, schnell, fordernd
Svenja Rodenbüsch
Geburtsdatum: 8.9.2003
Größe: 179 cm
Pia Konprecht
Du kehrst nach einer Babypause und deiner Zeit als Profispielerin zurück nach Offenburg. Was hat dich dazu bewegt, wieder Volleyball zu spielen?
Pia: Mich hat es wieder in den Fingern gejuckt, Teil eines tollen Teams zu sein und wieder Volleyball zu spielen.
Wie groß war der Wunsch, wieder auf dem Spielfeld zu stehen – und gab es auch Momente, in denen du gezweifelt hast, ob sich Leistungssport und Familie vereinbaren lassen?
Pia: Ich hatte den Wunsch bereits, als ich schwanger war, wieder Volleyball zu spielen. Ich sehe es aber auch als Commitment dem Team gegenüber, und dafür musste ich erst die Strukturen schaffen, damit ich das auch erfüllen kann.
Wie genau sieht dein Engagement in der kommenden Saison aus? Vollzeit, Teilzeit, einzelne Trainingseinheiten oder Spiele – wie kann man sich deinen neuen Alltag vorstellen?
Pia: Mit dem Team ist es so vereinbart, dass ich ein vollwertiges Team Mitglied bin, aber nur Teilzeit da sein kann. Da ich Mama eines kleinen Jungens bin und selbstständig arbeite. Ich versuche an vielen Trainingseinheiten teilzunehmen und auf jeden Fall bei den Heimspielen dabei zu sein.
Was hat sich für dich seit deiner aktiven Profizeit verändert – sportlich, aber vor allem auch persönlich?
Pia: Das Privileg als Leistungssportlerin, den absoluten Fokus auf den Sport, das Team und den eigenen Körper zu legen, das hat sich in meinem aktuellen Alltag verändert. Persönlich trage ich mittlerweile deutlich mehr Verantwortung. Freue mich aber auch darüber, hier in Offenburg ein Heimatgefühl entwickelt zu haben.
Wie fühlt es sich an, wieder in Offenburg zu sein? Was verbindest du mit dem Verein und der Stadt?
Pia: Ich habe hier in Offenburg drei wirklich tolle Volleyball Jahre gehabt und spüre jedes Mal, wenn ich die Nordwesthalle betrete das kribbeln der Heimspielen.
Du hast jetzt eine Familie und ein Kind. Wie möchtest du Familie und Leistungssport miteinander verbinden?
Pia: Meinem Mann und mir war es sehr wichtig, dass auch unser Kleiner mit in der Halle aufwächst. Dass er lernt, dass Sport für uns als Familie ein sehr wichtigen Stellenwert hat. Mit der Rückendeckung meines Mannes kann ich die Zeit ins Training und in die Spiele investieren und so versuche ich, beides auch miteinander zu verbinden.
Wie wichtig ist dabei das Umfeld? Welche Unterstützung brauchst du, damit dein Comeback funktioniert?
Pia: Mir war’s immer schon wichtig, eine enge Verbindung zu den Spielerinnen und dem Verein zu haben. Aber das Zugehörigkeitsgefühl, das habe ich hier in Offenburg schon seit Tag eins. Ich freue mich darüber, mit Tim im Athletikbereich zu arbeiten, weil ich aus meiner Erfahrung weiß, dass die eigene Athletik und Gesundheit die Grundlage für den Erfolg ist.
Hat sich dein Blick auf Volleyball durch die Babypause verändert? Gehst du heute anders mit Training, Spielen oder auch mit Erfolgsdruck um?
Pia: Wenn ich heute ins Training fahre, dann fühlt sich das nach Privileg an, diese Zeit in mich zu investieren, früher war es Teil meines Jobs. Die Frage nach dem Druck beantworte ich dir gerne während oder nach der Saison, doch auch da habe ich das Gefühl, eine neue, vielleicht erfahrene Haltung zu haben.
Was glaubst du, kannst du der Mannschaft mit deiner Erfahrung geben?
Pia: Ich hoffe, dass ich dem Team dabei helfen kann, den Fokus in schwierigen Situation zu behalten und das Team zusammenzuführen bzw. zusammenzuhalten, wenn wir in eine Drucksituation geraten.
Und was möchtest du selbst aus dieser Saison mitnehmen?
Pia: Ich selber freue mich auf den Spaß an der Bewegung, die Atmosphäre in der Halle und auf das Spiel meines Lieblingssports.
Wenn du an dein erstes Training nach der Pause zurückdenkst: Was war dein erster Gedanke, als du wieder deine Volleyballschuhe angezogen hast?
Pia: Ich war sehr neugierig, wie mein Körper auf die altbekannten und doch wieder neuen Bewegungen reagiert. Ich muss sagen, mein Körper war irritiert, aber mein Kopf kannte die Bewegung noch alle.
Was dürfen sich die Fans in Offenburg von deiner Rückkehr erwarten?
Pia: Die Fans dürfen sich auf die strahlende Pia freuen, die sehr glücklich ist, wieder in der Nordwesthalle zu sein. Ich freue mich sehr auf den Kontakt und wenn ich das Team mit meiner Leistung unterstützen kann, freue ich mich.
Pia Konprecht (geb. Leweling)
Geburtsdatum: 4.1.1998
Größe: 184 cm
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